Was ist Information Design?

Creative AI, Culture, Education, Information Design, Innovation, Interactive Media, Learning, Society, Technology, Visual Communication

Information Design ist die strukturierte und nutzerorientierte Gestaltung von Informationen mit dem Ziel, Inhalte klar, verständlich und zugänglich zu vermitteln. Information Design fragt, wie Inhalte aufgebaut sein müssen, damit Menschen sie tatsächlich verstehen. Nicht im Allgemeinen, sondern für bestimmte Zielgruppen in einer bestimmten Situation. Das Feld greift dafür auf ganz unterschiedliche Quellen zurück: auf Design und Kommunikation, auf Kognitionswissenschaft, auf Datenanalyse und auf technisch-gestalterisches Handwerk. Am Ende soll aus einem komplizierten Sachverhalt etwas werden, dass Menschen gut verstehen und dass sie begeistert.

„Information is only useful when it can be understood.“
Muriel Cooper

Was dabei entsteht, hängt von der Aufgabe ab. Manchmal ist es ein Text, manchmal eine Grafik, eine Visualisierung, ein kurzer Film, häufig ein Interface, das auf Interaktion reagiert. Oft mehreres zugleich und über verschiedene Kanäle verteilt. Gemeinsam ist all diesen Formen dieselbe Aufgabe. Sie ordnen, sie führen den Blick, und sie sorgen dafür, dass am Ende jemand etwas begriffen hat, was vorher unübersichtlich war. Das gilt für eine App genauso wie für ein Leitsystem in einem Gebäude, eine Installation oder für Formate, die alles multimodal verbinden.

Die Arbeit ist analytisch und gestalterisch zugleich, was sie für manche Studierende von Anfang an reizvoll und für andere zunächst ungewohnt macht. Ihr Gewicht wächst in dem Maß, in dem gesellschaftliche Debatten über Daten geführt werden. Creative Technology und generative KI [Creative AI] spielen inzwischen in fast jeder Phase eine Rolle, vom ersten Entwurf, beim Coding bis zur fertigen Anwendung.

In den höheren Semestern verschiebt sich der Schwerpunkt in den Raum. „Phygital“ nennen wir das, also physisch und digital verschränkt. Studierende arbeiten dann an interaktiven Ausstellungen, an Medieninstallationen, an Interfaces, die man hören, spüren oder anfassen kann [Physical Computing, Kinetik, Sensorik]. Solche Formate haben einen Vorteil, den ein Bildschirm nicht bietet: Man erlebt sie gemeinsam mit anderen und kann sich vor Ort darüber verständigen. Damit setzen sie der rein digitalen, KI-unterstützten Informationsvermittlung bewusst etwas entgegen. Information Design ist an dieser Stelle eine soziale und kulturelle Praxis geworden. Im Zentrum stehen Menschen, nicht Systeme.

Mehr zu unserem Schwerpunkt Information Design im Bachelorstudiengang Informationsmanagement an der Fakultät III – Medien, Information und Design der Hochschule Hannover:

Schwerpunkt Information Design@F3